DA: Birgit Minichmayr, Tristan Lopez, Carla Huttermann, Lotte Schirin Keilmann u. a.
Sandra Wollners Film ist eine Trauerstudie und eine Auseinandersetzung mit Erinnerungen, wie sie im Kino noch nicht zu sehen waren.
Die Kamera tastet in einer Supertotalen über Berliner Fassaden, zoomt dann langsam auf das Dach eines roten Plattenbaus, auf dem zwei Teenager zugedröhnt herumlümmeln. Die Kamera bewegt sich weiter über die Fassade, dann über ein dichtes Grün aus Baumkronen, durch die plötzlich ein Körper Richtung Boden schießt. Mit diesem Faustschlag in Zeitlupe nimmt eine kinematografische Trauerstudie ihren Lauf, wie sie im Kino noch nicht zu sehen war. Wie kann Ella mit dem plötzlichen Tod der 17-jährigen Tochter umgehen? Was bedeuten Familie und Erinnerungen? Dieser Frage widmet sich Wollner – wie schon in ihren vorherigen zwei Filmen – auch in „Everytime". Sie spannt ein enger werdendes Netz um Mutter Ella, ihre kleine Tochter Melli und um Lux, der die Nähe zu den beiden sucht. Ella lässt sich von Lux die Drogen geben, die ihre Tochter an ihrem letzten Abend konsumiert hat, und läuft mit ihm den Weg zurück in die Vergangenheit.
Mit „Everytime" war die österreichische Regisseurin Sandra Wollner 2026 erstmals in Cannes und gewann prompt den Hauptpreis in der Sektion Un Certain Regard. In ihren konzentrierten, formal eigensinnigen und immer auch medienreflexiven Filmen spielt sie mit unserer Wahrnehmung. Und ihr Kino ist immer auch eines der Erinnerungen. „Everytime" ist der offizielle deutsche Beitrag für den Oscar 2027 als „bester internationaler Film".
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Veranstaltungsort
Kino Latücht
Tickets:
Abendkasse oder
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Tel. 0395 5666611 E-Mail: Vorbestellte Karten bitte spätestens 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn an der Abendkasse abholen.