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Der Film im Detail

MO 27.05.2024 // 19:30 Uhr

DEFA-Reihe: DDR-Alltag im Film

GLÜCK IM HINTERHAUS

DDR/DEFA 1980

Regie Herrmann Zschoche nach dem Roman „Buridans Esel“ von Günter de Bruyn, Szenarium: Ulrich Plenzdorf, Musik: Günther Fischer, Länge: 97 Minuten
Premiere: 05.03.1980 / Berlin / Kino Kosmos

 

DA: Dieter Mann, Ute Lubosch, Jutta Wachowiak, Peter Bause, Gerry Wolff

Banaler Ehebruch oder Glücksanspruch, Torschlusspanik oder neuer Anfang

Der gutsituierte Bibliothekar Karl Erp, Mitte 40, zwei Kinder, führt seit Jahren eine langweilige Ehe. Die Liebe zu seiner jungen Praktikantin, Fräulein Broder, reißt ihn aus der Lethargie. Er sagt seiner Frau Elisabeth, dass zwischen ihnen nie Liebe gewesen sei, er sie nur geheiratet habe, um ihr einen Gefallen zu tun und zieht zu Fräulein Broder. Von deren Mutter zur Rede gestellt, verspricht er die Scheidung und spätere Hochzeit mit ihrer Tochter. Doch der Auftrieb, den Karls Elan durch die neue Beziehung bekommen hatte, erlischt im bescheidenen Alltag. Er bringt nicht die Kraft auf, ein neues Leben zu beginnen, sehnt sich nach der alten Bequemlichkeit und geht schließlich zu Elisabeth, in eine zerrüttete Ehe, zurück.

In den 70er Jahren nimmt sich die DEFA in ihren Filmen vermehrt individueller Schicksale an, deren Probleme oder gar Scheitern oft überzeugend gestaltetet sind. Allerdings sind ihre Schwierigkeiten bestenfalls in Andeutungen gesellschaftlich bedingt. In „Glück im Hinterhaus“ haben sowohl der arrivierte und gestandene Karl Erp, als auch das exotisch anmutige Fräulein Broder und die erfahrene, lebenstüchtige Ehefrau Erps mit Figuren in anderen DEFA-Filmen dieser Zeit gemein, dass sie nicht vorschnell be- oder gar verurteilt werden. Dennoch klagt der Film letztlich das selbstgerechte, wehleidige und chauvinistische Verhalten des Mannes und seinen Opportunismus an.

Die Einführung in den Film übernimmt in bewährter Weise unser Vereinsmitglied Rüdiger Weber

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